Berliner Wirtschaft sucht Jugendliche mit Migrationshintergrund

Berlins Wirtschaftverbände haben eine positive Bilanz ihrer Kampagne zur Werbung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund für einen Ausbildungsberuf gezogen. Unter dem Motto „Berlins Wirtschaft braucht Dich“ hatten Handwerkskammer Berlin, IHK und Berliner Unternehmen im Mai 2010 eine Initiative gestartet, um diese Jugendlichen in eine berufliche Ausbildung zu bringen. Damit wollen Kammern und Betriebe einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs leisten.

Der Bildungsgeschäftsführer der IHK Berlin, Christoph von Knobelsdorff, erklärte: „Gerade die weltoffene Hauptstadt Berlin zog und zieht eine Vielzahl von Menschen mit Migrationshintergrund an. Sie sind integraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Bei den Kita-Kindern haben heute 40 Prozent einen Migrationshintergrund, bei den Schülerinnen und Schülern sind es knapp 30 Prozent. Noch spiegelt sich dieser Prozentsatz aber nicht in allen Abschlüssen unseres Bildungssystems wider: Aktuell waren unter den Abiturienten nur 15,5 Prozent mit Migrationshintergrund, bei den Ausbildungsabschlüssen in unseren IHK-Berufen liegt ihr Anteil ebenfalls bei gut 15 Prozent. Demgegenüber finden sich knapp 40 Prozent in vollschulischen Bildungsgängen. Uns zeigt dies, dass wir die Attraktivität und die Karrierechancen in der beruflichen Bildung bei Migranten und ihren Eltern noch besser bekannt machen müssen. Die Kampagne ,Berlins Wirtschaft braucht dich‘ ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Ulrich Wiegand, Geschäftsführer der Handwerkskammer Berlin ergänzte: „Das Berliner Handwerk lebt die Integration in und mit seinen Betrieben, von denen sich bereits heute mehr als 16 Prozent in den Händen von Handwerkern mit ausländischer Staatsangehörigkeit befinden. Nie waren die Chancen auf einen Ausbildungsplatz so gut wie heute. Mehr als 420 freie Lehrstellen in mehr als 40 verschiedenen Berufen sind in unserer Lehrstellenbörse noch zu besetzen. Ich rufe alle Jugendlichen, die in diesem Jahr noch eine Ausbildung beginnen möchten, auf, sich jetzt zu bewerben. Das Handwerk braucht junge Menschen, egal welcher Herkunft.“